Google Shopping SEO: Das werden die wichtigsten Optimierungsfaktoren

Shahab Yarahmadi Von Shahab: Shahab ist Gründer und Geschäftsführer bei HiRANK. Seit über 10 Jahren ist der Kampagnenspezialist im Bereich Online Marketing tätig, davon zwei Jahre bei Google Deutschland. In seiner Freizeit schlägt sein Herz für Fußball und gutes Essen.

Google Shopping bietet ab Ende des Jahres kostenlose Suchergebnisse an – und dadurch gewinnt das Thema Google Shopping SEO an Relevanz. Noch gibt es aber keine Gewissheit, welche Rankingfaktoren eine Rolle spielen. Wie beim klassischen SEO können diese nur geschätzt werden, da Google die Hintergründe nicht transparent kommuniziert. Daher muss man versuchen, die Faktoren anhand von statistischen Analysen und Erfahrungswerten zu verstehen und deren Einfluss einzuordnen.

Bei jeder Suchanfrage auf Google findet bei Google Ads eine Auktion statt. Jeder Werbende geht mit einer Punktzahl, dem sogenannten Anzeigenrang, in die Auktion. Die Anzeige mit dem höchsten Anzeigenrang wird oben ausgespielt, die anderen darunter. Die Ergebnisse sind begrenzt und daher werden nur die Anzeigen ausgespielt, die sich in der Auktion durchsetzen konnten. Google kommuniziert nicht, wie genau der Anzeigenrang ermittelt wird. Bekannt ist nur, dass der Anzeigenrang von dem Qualitätsfaktor der Werbung und der Höhe des Gebots abhängig ist.

Anzeigenrang = Gebot x Qualitätsfaktor 

Beim Thema Google Shopping SEO fällt das Gebot weg und vermutlich sind dann die Qualitätsfaktoren Grundlage der Produktbewertung. Somit sind Google Shopping-Erfahrungen sehr wertvoll für den Bereich Shopping SEO.

Die Klickrate als wichtigstes Element des Qualitätsfaktors

Die Click-Through-Rate (CTR) bezeichnet das Verhältnis von Klicks auf eine Anzeige zu der Gesamtzahl der angezeigten Ad Impressions. Die CTR ist ein sehr wichtiger Faktor, denn sie hilft Google bei der Suche nach den relevantesten Ergebnissen. Suchergebnisse mit einer hohen CTR werden von Google belohnt und häufiger ausgespielt. Somit sind alle Faktoren, die zu einer höheren CTR führen, auch wichtig für das Thema Shopping SEO.

Preis

Günstige Preise führen indirekt zu besseren Shopping SEO-Ergebnissen. 

Google Shopping ist eine Produktsuchmaschine mit den Funktionen einer Preissuchmaschine.  Der Fokus liegt auf der Produktsuche und nicht im Preisvergleich. Das erkennt man klar am Aufbau des Google Shopping-Bereichs, denn der günstigste Preis steht nicht im Vordergrund. Die Preise der Produkte haben dennoch Einfluss auf die CTR, denn die meisten Nutzer reagieren auf günstige Produkte.  

Ausführliche Produktdaten

Bei Google Shopping werden keine Keywords definiert. Google erkennt selbst über die eingereichten Daten, welche Produkte bei einer Suchanfrage relevant sein könnten. Historische Daten helfen Google, die Produkte besser zu verstehen und sie bei passenden Suchanfragen häufiger auszuspielen.  

Ein Beispiel: Wenn jemand bei Google nach einem “Leder Sessel gelb 300cm breit” sucht, prüft Google, welche Produkte in seiner Datenbank folgende Elemente beinhalten: “gelb”, “sessel”, “leder” und “300cm”. Nun werden die Produkte ausgespielt, bei denen diese Informationen hinterlegt sind. Hat ein Händler sein Produkt nur mit “Leder Sessel gelb” beschrieben, hat er einen Nachteil gegenüber anderen Shops, die z.B. die Breite mit angegeben haben. Diese werden von Google bevorzugt ausgespielt. 

Wegen der fehlenden Produktangaben verliert der Händler nicht nur Reichweite, sondern er verpasst konkrete Suchanfragen von Nutzern, die genau wissen, was sie kaufen möchten. Bei diesen Nutzen ist die Conversion Rate in der Regel deutlich höher.  

Dieser Shopping SEO Faktor klingt zwar einfach, aber die meisten Shops schaffen es trotzdem nicht, Google ausführliche Produktdaten zur Verfügung zu stellen. Oft fehlen die Informationen bereits im eigenen Shop. 

Produktdaten anpassen  

Auch wenn die Produkte ausführlich beschrieben sind, können die Ergebnisse bei Google Shopping nicht optimal sein.

Ein weiteres Beispiel: Ein Händler beschreibt sein Produkt mit dem Titel “Ledersessel zitrone 300cm”. Die Farbe Zitrone ist laut dem Hersteller die richtige Bezeichnung für den Sessel. Dennoch hat die Farbe kaum Reichweite bei Google und das Produkt wird seltener ausgespielt. Ein besserer Produkttitel wäre “Ledersessel gelb 300cm”, denn die Farbe „gelb“ hat deutlich mehr Suchvolumen und führt zu einer viel höheren Sichtbarkeit.   

Die Datenoptimierung ist ein sehr wichtiger SEO-Bestandteil, da man damit das Potenzial erhöht, bei einer höheren Anzahl an relevanten Suchbegriffen auffindbar zu sein. 

Bewertungen

Positive Shop- und Produktbewertungen führen zu einer höheren CTR. Nutzer klicken in den Ergebnissen eher auf Produkte mit Bewertungen. Das führt zu höheren Klickraten, einem höheren Qualitätsfaktor und mehr Reichweite. 

Bei Bewertungen unterscheidet man zwischen Shopbewertungen und Produktbewertungen. Das Bewertungsmodul von Google heißt “Google Kundenrezensionen”. Aber auch Drittanbieter wie z.B. Trusted-Shops und ekomi werden von Google anerkannt. 

Festes Sortiment

Ein festes Sortiment ist zwar kein direkter Qualitätsfaktor bei Google Shopping, hat aber dennoch großen Einfluss auf den Erfolg.

Wird ein Feed im Merchant Center eingereicht, prüft Google zunächst, welche Suchanfragen zu den Produkten passen. Dann beginnt Google die Produkte bei Suchanfragen zu testen. Sind die Klickraten gut, werden die Produkte häufiger ausgespielt. Mit der Zeit lernt Google, welche weiteren Suchbegriffe passen könnten. Somit spielen die historischen Daten der Produkte eine wichtige Rolle, um mehr Reichweite zu generieren. Neue Produkte müssen diesen Prozess erst durchlaufen.

Online Shops ohne festes Sortiment sind hier benachteiligt. Daher ist jedem Online Shop zu empfehlen, nicht nur auf saisonale Produkte zu setzen. Ein festes Sortiment führt zu mehr Traffic über Google Shopping und damit werden auch die Saisonartikel besser verkauft.  

Bilder

Bilder haben einen direkten Einfluss auf den Qualitätsfaktor. Google bevorzugt einen weißen oder einen transparenten Hintergrund. Overlays oder Logos im Bild sind nicht erlaubt. Die detaillierten Anforderungen und einige Beispiele sind hier zu finden: https://support.google.com/merchants/answer/6324350

Bilder sind ebenfalls wichtig für die CTR. Je besser die Bilder, desto mehr Klicks bekommt das Produkt. Bei Kleidungsstücken können Bilder mit einem Model hilfreich sein, denn dann erkennen die Nutzer, wie z.B. die Hose sitzt.  

Jedes Land braucht eigene Feeds

Für jedes Land wird ein eigener Feed benötigt. Dabei sollte man eigene Feeds auch für die Länder anlegen, aus denen die Ware geliefert wird. Das gilt auch dann, wenn man in diesen Ländern eigentlich keine Google Shopping-Anzeigen schalten will. Zum einen profitiert man davon, dass die Produkte bei den kostenlosen Google Shopping-Ergebnissen gefunden werden. Zum anderen werden die Produkte in den Google-Plattformen wie z.B. Google Bilder oder Google Lens verwendet.  

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